Artikel mit dem Tag "Leseempfehlung"



Bernhard Schlink: Die Enkelin
Literatur · 03. Dezember 2021
Was soll ich sagen? Wenn es darum geht, die jüngere und jüngste deutsche Geschichte sowie die Gegenwart auf feinsinnige, intelligente und gleichzeitig unterhaltsam-fesselnde Weise zu literarisieren, dann ist Bernhard Schlink, man kann es nicht anders sagen, eine sichere Bank. Und dies gilt in besonderer Weise auch für seinen neuesten Roman „Die Enkelin“. Ganz große Leseempfehlung!

Literatur · 28. November 2021
Ein bitterkalter Winter in Kopenhagen, eine unzugängliche Kollegenschaft, ein Leichnam, der einem chimärenartigen grönländischen Fabelwesen nachempfunden ist: Das ist der Empfang, der dem Kriminalkommissar Jesper in der dänischen Hauptstadt bereitet wird. Und es wird nicht bei dieser einen Leiche bleiben ... --- Ein unglaublich atmosphärischer Thriller, der nicht nur auf spannende Art unterhält, sondern auch noch den Horizont erweitert. Eine wunderbare Winterlektüre!

Emi Yagi: Frau Shibatas geniale Idee
Literatur · 17. November 2021
Frau Shibata hat ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Frau Shibata verfügt über Berufserfahrung. Frau Shibata ist in keinerlei Hinsicht weniger qualifiziert, weniger erfahren, weniger belastbar als ihre – männlichen – Kollegen. Und doch ist es stets Frau Shibata, die unliebsame, lästige, anspruchslose Tätigkeiten in der Abteilung ausführen muss. Bis ihr eines Tages die titelgebende "geniale Idee" kommt ... ––– Eine Lektüre, die unterhält und gleichzeitig die japanische Gesellschaft porträtiert.

Silvia Avallone: Bilder meiner besten Freundin
Literatur · 12. November 2021
„Jedes Mädchen ist vernarrt in seine beste Freundin im Gymnasium und verliert sie dann, wenn es älter wird. Das ist ein unumgänglicher Prozess. Niemand hat jemals ein existenzielles Drama daraus gemacht.“ --- Ein bezaubernder, überraschend nachdenklicher Roman über eine Freundschaft, der entgegen meiner Erwartung nicht nur etwas für junge Frauen ist.

Dana Grigorcea: Die nicht sterben
Literatur · 06. November 2021
Ein ehemals beliebter, nunmehr heruntergekommener Ferienort in der Nähe Transsylvaniens, eine Familiengruft mit einer wiederentdeckten, Jahrhunderte alten Grabstätte und eine grausam zugerichtete Leiche: Als die Erzählerin nach vielen Jahren nach B. zurückkehrt, wo sie als Kind idyllische Ferien verbrachte, ist nichts mehr so, wie sie es in Erinnerung hatte. Sie selbst eingeschlossen. --- Ein meisterhaft erzählter Roman, ein faszinierendes literarisches Vexierbild. Große Leseempfehlung!

Alexander Gorkow: Die Kinder hören Pink Floyd
Literatur · 08. Oktober 2021
„Lächelnd erklärte ich Manuela, dass man die Pyramide, das weiße Licht und die Farben des Regenbogens von Pink Floyd am Himmel sehen kann, wenn man sich nur gründlich konzentriert. Wer sich konzentriere, der werde das Zeichen am Himmel sehen.“ - "Ich": Das ist der 10-jährige Protagonist dieses ebenso melancholischen wie sensiblen Romans über eine Kindheit in den Siebzigerjahren in einem Düsseldorfer Vorort. Große Leseempfehlung - und ein Mustread für alle in und um Düsseldorf.

Anne von Canal / Heikko Deutschmann: I get a bird
Literatur · 09. September 2021
„Es geht um unsere Geschichten. Unsere Lebensnarrative. Ob wir aus Angst erzählen, fragen Sie sich/mich. Aus der Angst, nichts zu sein, und ich würde dem in gewisser Weise zustimmen.“ --- Zwischen zwei Fremden entspinnt sich eine unverhoffte Korrespondenz: zart und berührend, poetisch und bisweilen komisch. Eine Art "Gut gegen Nordwind" für Erwachsene.

Angela Lehner: 2001
Literatur · 30. August 2021
Als Fünfzehnjährige im österreichischen Örtchen Tal zu leben, ist kein Zuckerschlecken, Erst recht nicht, wenn man in er Schule zum sogenannten Restmüll gehört. Aber so lange man eine Crew um sich hat, ist alles halb so wild. Oder? --- "2001" gehört für mich zu den unangefochtenen Jahreshighlights. Große Leseempfehlung!

Melissa Harrison: Vom Ende eines Sommers
Literatur · 13. Juli 2021
Man stelle sich die "Kinder aus Bullerbü" ohne romantische Verklärung, stattdessen mit anstehenden epochalen Umwälzungen und einem vierzehnjährigen Mädchen, das seinen Platz in einer fest gefügten Welt sucht, vor - dann hat man in etwa eine Vorstellung dieses Romans. Atmosphärisch, sensibel, sprach- und bildgewaltig. Sehr lesenswert!

Kazuo Ishiguro: Klara und die Sonne
Literatur · 05. Juli 2021
Glaubst du an das menschliche Herz? Ich meine natürlich nicht einfach das Organ, sondern spreche im poetischen Sinn. Das Herz des Menschen. Glaubst du, dass es so etwas gibt? Etwas, das jedes Individuum besonders und einmalig macht?“ […] „Das Herz, von dem Sie sprechen […]. Das könnte tatsächlich das Schwierigste sein, das ich zu lernen habe.“ (S. 251 f.) Der neue Roman des Nobelpreisträgers Kazuo Ishiguro gibt keine Antworten - aber er stellt viele Fragen, die lange nachwirken. Lesenswert!

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