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Cathrin Klingsöhr-Leroy / Uta Grosenick (Hg.): Surrealismus.

"Die einfachste surrealistische Handlung besteht darin, mit Revolvern in den Fäusten auf die Straße zu gehen und blindlings so viel wie möglich in die Menge zu schießen. Wer nicht einmal im Leben Lust gehabt hat, auf diese Weise mit dem derzeit bestehenden elenden Prinzip der Erniedrigung und Verdummung aufzuräumen – der gehört eindeutig selbst in Schusshöhe."

(André Breton)

 

Uff. Eine Aussage selbst wie ein Pistolenschuss, der sich auf direktem Weg in das eigene moralische Empfinden katapultiert und dort unvermeidlich ein Unwohlsein hervorruft, sich wie ein übler Geschmack auf die Zunge des kollektiven Selbstverständnisses legt. Eine neue Erklärung der Menschenrechte, eine unübersehbare Kritik an der saturierten Gesellschaft: das und nichts Weniger war es, was die Surrealist*innen in den 1920er Jahren forderten.

 

Der hier präsentierte Band, erschienen vor beinahe 20 Jahren im Taschen Verlag (und derzeit, soweit ich das überblicke, nur auf Englisch lieferbar), gibt auf nicht einmal 100 Seiten einen knappen, gleichwohl umfassenden Überblick über diese bemerkenswerte Kunstströmung (meine Lieblingsströmung im Übrigen), porträtiert einige ihrer wichtigsten Vertreter*innen, darunter Giorgio di Chirico, Salvador Dalí, Joan Miró und nicht zuletzt meinen Lieblingsmaler: Max Ernst und stellt – in der gewohnt hohen Taschen-Qualität – ausgewählte Werke  jener vor: ein kleiner, gleichwohl vollwertiger kunsthistorischer Snack. 

 

 

[Werbung/unbezahlt/unbeauftragt]

 

Cathrin Klingsöhr-Leroy: Surrealismus. Herausgegeben von Ute Grosenick. Taschen Verlag 2004. 96 Seiten.

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