Artikel mit dem Tag "lesenswert"



Sofi Oksanen: Hundepark
Literatur · 30. April 2022
Der Roman mutet anfänglich wie ein Thriller an, doch er ist weit mehr als das: Die Ich-Erzählerin Olenka zeichnet anhand ihres eigenen Lebenswegs ein gesellschaftliches und geschichtliches Panorama der postkommunistischen Ukraine, in der es einige Gewinner – und viele Verlierer(innen) gibt. ––– Vor dem Hintergrund des Krieges ist ein brutaleres Zusammentreffen von Fiktion und Realität kaum vorstellbar. Dennoch (oder gerade deswegen?) in besonderem Maße lesenswert!

Delphine de Vigan: Die Kinder sind Könige
Literatur · 29. März 2022
Mélanie hat nur einen Wunsch: berühmt zu werden. In Zeiten des Reality-TVs scheint dies einfach zu sein, auch ohne nennenswertes Talent. Doch ihr erster Versuch scheitert kläglich. Als Mélanie jedoch Mutter zweier entzückender Kinder wird, eröffnet sich ihr eine neue Chance. Innerhalb kurzer Zeit wird sie eine der (einfluss-)reichsten "Momfluencerinnen" Frankreichs. Doch zu welchem Preis? –-- Ein ebenso großartiger wie mitreißender Roman über die Schattenseiten des Online-Ruhms. Lesenswert!

Louise Penny: Inspector-Gamache-Reihe
Literatur · 04. März 2022
In diesen beunruhigenden Zeiten brauche ich gelegentlich einen literarischen Zufluchtsort, der mich die Realität für ein paar Lese-Augenblicke vergessen lässt. Ein solcher Ort ist das (fiktive) kanadische Dorf Three Pines, in dem der feinsinnige Inspector Gamache von der Sûreté in Québec Geheimnisse aufdeckt, Verwicklungen entwirrt und –selbstverständlich – Verbrechen aufklärt. –-- Spannend, humorvoll und überraschend tiefsinnig. Empfehlenswert!

Srdan Valjarević: Como. 30 Tage.
Literatur · 15. Februar 2022
Eine mondäne Villa am Comer See. Illustre Gäste mit beeindruckenden Lebensläufen. Und dazwischen: Er. --- Ein Ausnahmeroman, sehr lesenswert!

Beth Ann Fennelly / Tom Franklin: Das Meer von Mississippi
Literatur · 10. Dezember 2021
Im Frühling 1927 tritt der Mississippi über seine Ufer: Die Dämme brechen, die Fluten überschwemmen das Delta und werden monatelang nicht abfließen. Vor diesem realen Hintergrund spielt die hier erzählte Geschichte von Dixie Clay und Ted Ingersoll. --- Atmosphärisch, fesselnd, episch!

Dana Grigorcea: Die nicht sterben
Literatur · 06. November 2021
Ein ehemals beliebter, nunmehr heruntergekommener Ferienort in der Nähe Transsylvaniens, eine Familiengruft mit einer wiederentdeckten, Jahrhunderte alten Grabstätte und eine grausam zugerichtete Leiche: Als die Erzählerin nach vielen Jahren nach B. zurückkehrt, wo sie als Kind idyllische Ferien verbrachte, ist nichts mehr so, wie sie es in Erinnerung hatte. Sie selbst eingeschlossen. --- Ein meisterhaft erzählter Roman, ein faszinierendes literarisches Vexierbild. Große Leseempfehlung!

Gilles Leroy: Alabama Song
Literatur · 17. Juli 2021
Once again to Zelda ... Ebenso wie in "Tage mit Gatsby" kommt in "Alabama Song" Zelda Fitzgerald zu Wort. Doch da endet die Ähnlichkeit auch, denn Gilles Leroy Zelda ist eine gänzlich andere. Galliger. Schartiger. Gepeinigter. Ein faszinierender Gegenpol zu "Tage mit Gatsby". Lesenswert!

Melissa Harrison: Vom Ende eines Sommers
Literatur · 13. Juli 2021
Man stelle sich die "Kinder aus Bullerbü" ohne romantische Verklärung, stattdessen mit anstehenden epochalen Umwälzungen und einem vierzehnjährigen Mädchen, das seinen Platz in einer fest gefügten Welt sucht, vor - dann hat man in etwa eine Vorstellung dieses Romans. Atmosphärisch, sensibel, sprach- und bildgewaltig. Sehr lesenswert!

Ewald Arenz: Ehrlich & Söhne
Literatur · 12. Mai 2021
Ein familiengeführtes Bestattungsunternehmen, eine Familie mit ebenso zahlreichen wie herzallerliebsten Marotten und einer recht bewegten Familiengeschichte, ein unvermutet aufgetauchter Leichnam - und nicht zuletzt die Liebe. Wer nach "Der große Sommer" unbedingt mehr Arenz braucht, dem sei dieser Roman wärmstens empfohlen.

Kate Atkinson: Die vierte Schwester
Literatur · 12. April 2021
Ein aus dem elterlichen Garten verschwundenes dreijähriges Mädchen. Eine verschwundene schwarze Katze. Ein ungeklärter Mord an einer jungen Frau. Ein junger Ehemann mit gespaltenem Schädel. All diese Fälle landen irgendwie bei dem grumpy Privatdetektiv Jackson Brodie. Und er nimmt sich ihrer an - auch wenn er viel lieber in Südfrankreich wäre. Kate Atkinsons Roman von 2004 erscheint heute erneut - und er lohnt sich. Inhaltlich und sprachlich.

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